Hessischer Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk auf der Tendence 2009

 

Textildesignerin Mary-Ann Williams,

Glasgestalter Michael Schwarzmüller

sowie Drechsler Hans Joachim Weißflog

Am Montag, den 06. Juli 2009, wird im Rahmen der Tendence
zum 59. Mal der Hessische Staatspreis für das Deutsche Kunst- handwerk verliehen. Ausgezeichnet für ihr künstlerisches Schaffen werden in diesem Jahr zwei gestandene Kunsthandwerker und eine Newcomerin. Wirtschaftsstaatssekretär Steffen Saebisch wird die mit insgesamt 8.000 Euro dotierten Preise überreichen.

 Die Preisträger wurden von einer vierköpfigen Jury ermittelt. Ihr gehörten an: Renate Nettner-Reinsel M.A. (Kulturhistorikerin, Leiterin des Amtes für Kultur und Sport des Main-Kinzig-Kreises und Geschäftsführerin des „Kultursommers Main-Kinzig-Fulda“), Andrea Müller (freischaffende Keramikerin und Bildhauerin, Aschaffenburg), Dr. Ekkehard Schmidberger (Kustos im Ruhestand, Hessisches Landesmuseum Kassel) und Dr. Anja-Franziska Eichler (Kunsthistorikerin, Direktorin der Städtischen Museen Wetzlar).

 

Der Hessische Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk ist der älteste Staatspreis Deutschlands. Er wurde 1951 auf Anregung von Kunsthandwerk Hessen e. V. vom damaligen Hessischen Minister- präsidentenGeorgAugustZinngestiftetundwirdseitdemimRahmen der Internationalen Herbstmesse verliehen. „Den politisch Verant- wortlichen in Hessen kam und kommt es immer darauf an, den kulturellen Wert und die wirtschaftliche Bedeutung des deutschen Kunsthandwerks in seiner ganzen Breite zu würdigen. Die Messe Frankfurt hat von Anfang an eine Vorreiterrolle in der Präsentation des interna- tionalen Kunsthandwerks übernommen“, betont Wirtschaftsstaatssek- retär Steffen Saebisch.

 

..2. Preis: Faszinierende Optik Lampenglas von Michael Schwarzmüller

Den zweiten Preis vergab die Jury an den Karlsruher Glasgestalter Michael Schwarzmüller. „Mir geht es darum, die besonderen Eigen- schaften des Materials Glas im Gefäß hervorzuheben. Das Spiel mit der Optik steht im Mittelpunkt. Die Funktion ist mir dabei ebenso wichtig wie die Ästhetik“, sagt Michael Schwarzmüller.

Der 1956 geborene, an der Uni Karlsruhe und an der Glasfachhoch- schule in Wertheim ausgebildete, Glasapparatebläser arbeitete zunächst in verschiedenen Laboren bevor er 1984 als Selbstständi- ger begann, seine kreativen Ideen umzusetzen. Die vor der Lampe geblasenen organischen Formen reifen in seinem Kopf heran, ehe sie für jedermann sichtbar Gestalt annehmen. Schwarzmüllers Trinkge- fäße, Vasen, Flakons und freien Objekte sind leicht und eher klein, was ursächlich auf die technischen Beschränkungen des Lampengla- ses zurückzuführen ist. Ihr besonderer Reiz liegt im spielerischen Umgang mit den Gesetzen der Optik beim Zusammentreffen von Glas mit Licht oder Wasser.

Inspirieren lässt sich Michael Schwarzmüller von der Natur und vom Leben selbst. Er geht mit offenen Augen durch die Welt und greift Themen auf. Künstlerische Flakons aus dem Hause Schwarzmüller Glas zieren die Beduftungsanlage des neuen Maybach-Zeppelin. Aktuell arbeitet er an Glaskreationen, die in Kooperation mit Köchen explizit für spezielle Gerichte entwickelt werden.